Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen maltesischer Unternehmen zu illegalen Glücksspielaktivitäten in Deutschland
Geschrieben von Alex Neumann · 28.9.2026

Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen maltesischer Unternehmen zu illegalen Glücksspielaktivitäten in Deutschland

Ein internationales Team aus Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann sowie Journalisten von NRK, NDR, SVT und Follow the Money hat Dokumente der Malta Gaming Authority und der Curaçao Gaming Authority ausgewertet, die bereits Anfang 2026 zugänglich wurden, und dabei mehrere auf Malta ansässige Entitäten mit mutmaßlich illegalen Online-Glücksspielangeboten in Deutschland in Verbindung gebracht. Die Recherche konzentriert sich auf Platincasino, das als größtes illegales Casino Deutschlands beschrieben wird und früher von Red Rhino unter einer maltesischen Lizenz betrieben wurde, die später aufgegeben und an eine Curaçao-Gesellschaft verkauft wurde.
Hintergründe der Dokumentenanalyse und beteiligten Medien
Die Journalisten stützten sich auf interne Unterlagen der Malta Gaming Authority, die über die offizielle Seite MGA referenziert werden, sowie auf ergänzende Informationen der Curaçao Gaming Authority, um Offshore-Strukturen nachzuverfolgen, die laut den Berichten ungenehmigte Dienste in Deutschland ermöglichten. Forscher und Reporter arbeiteten dabei mit geleakten Datensätzen, die Verbindungen zwischen maltesischen Lizenzinhabern und operativen Plattformen offenlegen, die ohne deutsche Erlaubnis agierten und Schätzungen zufolge 250 Millionen Euro an ausstehenden deutschen Glücksspielsteuern hinterlassen haben.
Details zu Platincasino und den operativen Veränderungen
Platincasino wird in der Untersuchung als zentrales Beispiel für die Nutzung von Offshore-Konstruktionen genannt, nachdem die ursprüngliche maltesische Lizenz von Red Rhino zurückgegeben und an eine Curaçao-Entität übertragen wurde. Die Berichte zeigen, dass diese Strukturen es ermöglichten, Spielangebote fortzusetzen, die in Deutschland als nicht lizenziert galten, während die Plattform weiterhin Nutzer aus dem deutschen Markt bediente und erhebliche Steuerbeträge ausblieben. Beobachter der Szene verweisen darauf, dass solche Lizenzwechsel häufiger vorkommen und die Nachverfolgung von Verantwortlichkeiten erschweren, wenn Dokumente aus den Behördenarchiven analysiert werden.
Die polizeiliche Großoperation im September 2026
Im September 2026 führte eine umfangreiche deutsche Polizeiaktion zu Festnahmen, Beschlagnahmungen von Vermögenswerten im Wert von rund 82 Millionen Euro sowie Ermittlungen zu illegalen Wetteinsätzen in Höhe von knapp sechs Milliarden Euro. Die Recherche stellt direkte Verbindungen zwischen den Malta-basierten Strukturen und den Zielobjekten dieser Operation her, indem sie auf die zuvor ausgewerteten Behördendokumente verweist, die die operativen Netzwerke kartieren. Ermittler untersuchten dabei Plattformen, die über Curaçao-Lizenzen verfügten, nachdem maltesische Genehmigungen nicht mehr aktiv waren, und deckten Zahlungsströme auf, die mit den geschätzten Steuerausfällen korrespondieren.

Verbindungen zwischen Behördendokumenten und laufenden Ermittlungen
Die ausgewerteten Unterlagen der Malta Gaming Authority und der Curaçao Gaming Authority liefern laut den Berichten konkrete Hinweise auf Eigentümerstrukturen und Lizenztransfers, die in den deutschen Ermittlungen eine Rolle spielen. Reporter und Analysten haben diese Informationen mit den Ergebnissen der September-Operation verknüpft, um zu zeigen, wie Plattformen wie Platincasino über wechselnde Lizenzjurisdiktionen hinweg agierten und dabei deutsche Regulierungen umgingen. Solche Verknüpfungen ergeben sich aus der systematischen Auswertung interner Datensätze, die Details zu Betreibern und Zahlungsabwicklungen enthalten.
Auswirkungen auf den deutschen Glücksspielmarkt
Die Untersuchung legt offen, dass die identifizierten Malta-Entitäten Teil eines größeren Netzwerks waren, das ungenehmigte Online-Angebote in Deutschland aufrechterhielt und dabei auf Curaçao-basierte Nachfolgestrukturen zurückgriff. Deutsche Behörden nutzten die aus den Medienrecherchen gewonnenen Erkenntnisse, um Vermögenswerte sicherzustellen und Beteiligte festzusetzen, während die Steuerschuld von 250 Millionen Euro als Teil der Ermittlungen zu den sechs Milliarden Euro an illegalen Einsätzen behandelt wird. Experten in der Regulierungslandschaft beobachten, dass solche grenzüberschreitenden Konstruktionen die Durchsetzung nationaler Verbote erschweren, wenn Dokumente aus mehreren Jurisdiktionen kombiniert werden.
Fazit
Die gemeinsame Recherche von Lilith Wittmann, NRK, NDR, SVT und Follow the Money zeigt anhand der ausgewerteten MGA- und Curaçao-Dokumente sowie der September-Operation 2026, wie Malta- und Curaçao-Strukturen mit illegalen Aktivitäten in Deutschland verknüpft sind und welche finanziellen Dimensionen diese Fälle erreichen. Die ermittelten Beträge an ausstehenden Steuern und sichergestellten Vermögenswerten verdeutlichen die Reichweite der untersuchten Netzwerke, während die polizeilichen Maßnahmen auf der Grundlage dieser Informationen durchgeführt wurden.